Zur unchristlichen Zeit an der heidnischen Irmensäule

Pudelmützen, Schals und Wanderschuhe sind nicht unbedingt die bevorzugten Klamotten von Mountainbike- und Rennradfahrern. An diesem Sonntag schon. Die Winterwanderung unseres Klubs liegt an.

Die meisten aus der mehr als 30 Mann (und Frau) starken Gruppe sehen noch ziemlich verschlafen aus, als sie sich auf den Weg machen. Es ist erst 9 – beinahe unchristlich. Das Teffen zu dieser Uhrzeit muss sich ein Frühaufsteher ausgedacht haben. Nun gut, wo wir schon mal da und wach sind …

In der Nacht hat es geschneit – und deshalb wird es eine echte Winterwanderung. Es geht von Harbarnsen auf den nächsten Hügel, dann runter ins Tal und wieder auf einen Hügel.

Wie aus dem Nichts taucht am Waldrand eine mobile Glühweinstation auf. Danne Ludiger hat die Verpflegungsstelle eingerichtet. Mit Käse-Häppchen, Weintrauben, Salami, Brezeln – und eben Glühwein. Danke Danne!

„Der Glühwein schmeckt bei den Temperaturen“, sagt Dennis Lenger. Elfe, der Dackel von Stefan Appelt, schielt da eher auf die Wurst. Danne holt noch eine Flasche selbstangesetzten Beeren-Likör aus der Kiste. „Komm‘ trink einen mit“, sagt sie und gibt nicht eher Ruhe, bis der gute Tropfen alle ist.

Einige frösteln nach einer Weile – weiterwandern könnte nicht schaden. Nächste Station: die Irmensäule. Für diejenige, die es nicht wissen: Die Irmensäule (auch Irminsul) gilt als frühmittelalterliches Heiligtum der heidnischen Sachsen. Angeblich gab es seinerzeit mehrere solcher Säulen in Deutschland. Eine davon soll bei Irmenseul gestanden haben – auf dem benachbarten Romberg ist eine Nachbildung errichtet worden. Die wird von unserer Gruppe erst einmal bestaunt.

Von da geht es hinab ins Dorf und in einer kleinen Schleife über die Hügel zurück nach Harbarnsen – zum Harbarnser Hof. Der Wirt wartet schon. Das ist gut, denn nach dem entspannten Zehn-Kilometer-Marsch melden sich die Mägen der Bike-Sportler: Hunger.

Stefan Appelt hat sich ausgerechnet vor dem anschließenden Braunkohl- und Bregenwurst-Essen entschieden, zum Teilzeit-Vegetarier zu mutieren. „Mal etwas weniger Fleisch verzehren“, meint er und bestellt einen Salat. Dazu Pommes rot-weiß.

Relativ schnell findet sich auf Stefans Teller zwischen Eisbergsalat und Tomaten ein Stück gebratenes Schwein wieder. Seine Tochter hatte sich ein Schnitzel kommen lassen, war aber irgendwann satt. Naja, bevor der Rest im Müll landet, muss Papa eben ran.

Das nur am Rande. Der Braunkohl im Harbarnser Hof ist wirklich ausgezeichnet. Und die Stimmung unter den Wanderern ist es ebenfalls. Hat Spaß gemacht.

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