200 km – Brevet der Ostfalen Randonneure

Seit dem Brevet ist bereits eine Woche vergangen, aber die 200 km sind auch erst einmal mental zu verarbeiten bis sie zu Papier, oder besser gesagt auf den Bildschirm gebracht werden.

Für diejenigen die rätseln was ein Brevet ist, gibt es vorab eine kurze Erläuterung: Brevets sind die gemeinschaftlichen Fahrten der Randonneure. Es gilt, eine vorgegebene Strecke in einem bestimmten Zeitfenster zu absolvieren. Brevets sind keine Radrennen, sondern Herausforderungen an Körper, Psyche und nicht zuletzt das Material. Man fährt gemeinsam, aber gegen den “inneren Schweinehund”. Wer sich den Anforderungen stellt, kann gemeinsam mit anderen seine Grenzen kennen lernen oder nach hinten verschieben. Randonneure sind Radfahrer, die gerne weite Distanzen zurücklegen. Hunderte Kilometer, durch Nacht und Nebel, bei Wind und Wetter. Veranstaltet werden die Brevets von den Audax Randonneurs Allemagne (ARA). Wir haben den Luxus uns mittig zwischen zwei Startorten des ARA zu befinden, den Weserbergland – Randonneuren und den Ostfalen – Randonneuren in Warberg am Elm. Für unseren ersten Start bei einem Brevet haben wir uns die Ostfalen – Randonneure ausgesucht ( https://www.ostfalen-randonneure.de/index.php ).

Wie es uns ergangen ist, könnt ihr dem Bericht von Stefan entnehmen:

Am Samstag traten Anja, Falk, Kai und ich um kurz nach 6.00 Uhr unsere Reise nach Warberg am Elm an. Kai chauffierte uns freundlicher Weise in seinem VW-Bus, so dass wir nicht alle extra fahren mussten. Da es unser erstes offizielles Brevet war, waren wir etwas aufgeregt und die Wettervorher-sage sah auch nicht so gut aus. Zumal es ja auch den ganzen Freitag bis in den späten Abend hinein ergiebig geregnet hatte.

Bei unserer Ankunft in Warberg erwartete uns schon unser Vereinskollege Andreas und wir meldeten uns bei den Ostfalen Randonneuren an. Daniel, ein Bekannter mit dem ich immer beim ADFC fahre, schloss sich unserer Truppe an (nach dem Brevet war Daniel so begeistert von unserer Truppe dass er in unseren Verein eingetreten ist).

Nachdem wir unser Räder ausgepackt und noch überlegt haben was man jetzt am besten anzieht, es war noch sehr Frisch und auch noch etwas nass, ging es nach einer kurzen Ansprache auch schon um 8.30 Uhr los. Wir starteten zu sechst mit der ersten Gruppe, fuhren dann aber unser eigenes Tempo und ließen die anderen ziehen.

Die erste Zeit ging es noch durch leichten Nieselregen, aber dafür mit komfortablen Rückenwind. So verging die erste Teiletappe über 44 km wie im Flug und schnell war die erste Kontrollstrecke in Calvörde erreicht. Nach dem ersten koffeinhaltigen Heißgetränk und einer kleinen Stärkung ging es auf den zweiten Abschnitt. Die Straßen wurden langsam auch trockener und die Landschaft in Richtung Elbe war sehr schön. Da die Elbfähre in Rögatz in der Woche vor dem Brevet mal wieder defekt war, wurde die Strecke noch kurzfristig umgeleitet, so dass wir die letzten 18 Km vor der zweiten Kontrolle in Burg (nach 99 Km) erst hin und in die gleiche Richtung wieder zurück fahren mussten. Was aber nicht so schlimm war, da die Strecke herrlich gelegen am Schiffshebewerk und dem Wasserstraßen – Kreuz in Magdeburg entlang führte und mittlerweile die Sonne ordentlich schien, was auch bis ins Ziel anhielt.

Ab Burg herrschte leider ein kräftiger Gegenwind, der uns ab jetzt bis zum Schluss leider mehr oder weniger begleitete. Auf der Strecke zwischen Kontrolle 2 und 3 erwartete uns in Ochsendorf noch eine Geheimkontrolle, die es auf jedem Brevet gibt. Nach einem kurzen Stopp ging es weiter nach Querenhorst der dritten Kontrollstelle nach 184 Km.

 

Von hier an wurde die Landschaft  auch wieder sehr hügelig, so dass es ständig rauf und runter ging und zusammen mit dem Gegenwind wurde es dann doch etwas anstrengend.  Fatal für Kai, dem auf Grund von fehlenden Trainingskilometern, doch langsam die Kondition fehlte. Doch die Truppe hielt zusammen und Dank Andreas seiner Unterstützung schaffte es Kai bis zur Kontrolle, wo er sich erst mal ordentlich stärken musste. Der gute Kai muss dermaßen Mitleid erregend ausgesehen haben, dass ihm der  Tankwart noch eines der verbliebenen Teilchen aus dem Backshop schenkte. Das Angebot war überschaubar, da die vor uns liegenden Fahrer bereits den Backshop geplündert hatten. Wer zu spät kommt, den straft …..

Nach der Stärkung ging es für uns auf die verbleibenden 23 km bis ins Ziel. Frisch gestärkt und mit dem Ziel vor Augen lief es wieder besser und so trafen wir gegen 19.20 Uhr wieder in Warberg ein. Die reine Fahrzeit betrug 8,44 Stunden was ganz in Ordnung war, wie ich finde.

 

Im Ziel waren wir uns alle einig, dass es viel Spaß gemacht hat und bestimmt wiederholt wird. Ein paar von uns haben sich gleich für den 300 Km Brevet am 05.05.2018 verabredet. Falls noch jemand Interesse hat sollte, er sich mit Falk in Verbindung setzen.

3 Kommentare

  • Henning Sonnenburg sagt:

    Ein schöner Bericht. Von meiner Seite auch noch ein ganz großes Dankeschön, dass ich die letzten 50 km lutschen durfte.
    Liebe Grüße aus Magdeburg,
    Sonne

    • Falk Weikert sagt:

      Hallo Henning, gerne wieder! Wie ist es dir auf dem 300er ergangen? Wir haben dich nicht mehr gesehen?

      • Henning Sonnenburg sagt:

        Sorry, habe jetzt erst wieder auf Eure Seite geschaut und mich über den RTF-Termin im Juni 19 gefreut. Da könnte eventuell bei mir was gehen.
        Beim 300er, Kette in der ersten Steigung übergeworfen und weg wart Ihr. Habe dann noch versucht wieder ran zu fahren, aber am ersten Bahnübergang habe ich mir den Vorderreifen zerfetzt. Danach dann gemütlich reingerollt.
        Bei Euch ist es hoffentlich besser gelaufen.
        Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, vielleicht sehen wir uns ja wieder in Warberg. Gemeldet habe ich schon. Wenn nicht da hoffe ich, dass meine Chefin mich am 23.06.19 freistellt für Eure RTF.
        Liebe Grüße aus MD. Setzt Weihnachten nicht zu viel an (vielleicht muss ich nächstes Jahr ja wieder Lutschen 😉 und kommt gut über den Winter.
        Henning

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