Über Beintaumeln und Schweißnähte

Am vergangenen Freitag konnten wir unsere diesjährige Winter – Vortragsreihe mit einem Highlight beenden! 30 Vereinsmitglieder und Gäste hatten sich wieder einmal in der HELIOS – Klinik in Bad Salzdetfurth eingefunden. Themen des Abends waren unter anderem Ergonomie, Rahmenbau und Materialkunde. Als Referenten konnten wir keinen besseren als Klaus Rehbein gewinnen, dem Kopf hinter „Rehbein – Cycles“ (http://www.rehbein-cycles.de/news.html ).

Klaus war selbst viele Jahre als aktiver Radrennsportler auf Bahn und Straße zu sehen. Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen im Radrennsport und dem eigenen Wunsch nach ergonomischen Verbesserungen belegte Klaus, neben seiner beruflichen Tätigkeit im Maschinenbau, Rahmenbaukurse z. Bsp. an der Fachschule für Zweiradtechnik in Frankfurt am Main. Seinen Ritterschlag erhielt er in 2009, als er ein knappes halbes Jahr beim Titan-Rahmenbauer Baum Cycles in Australien arbeitete.

Ein Großteil der 3 ½ h nahm das Thema „Ergonomie auf dem Bike“ ein. Ergonomie ist für Klaus ein eminent wichtiges Thema. Jeder von ihm gebaute Rahmen wird auf den einzelnen Kunden abgestimmt. Um das zu erreichen nimmt Klaus eine kundenspezifische Analyse auf einem dazu speziell von ihm konstruierten Einstellrad vor. Mit Hilfe des „Bike-Fittings“ kann für den Fahrer die optimale Position auf dem Rad bzw. die passende Geometrie gefunden werden.

Um das Ganze den Zuhörern nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch zu vermitteln, hatte Klaus sein Einstellrad dabei. Das“Opfer“ haben wir beigesteuert, und so durfte unser Dennis eine gute ¾ h in die Pedale treten. Mit steigender Belastung und dabei kritisch beäugt von Klaus, bis dieser unter Beachtung der Dehnfähigkeit und dem Bewegungsablauf von Dennis dessen optimale Position auf dem Rad gefunden hatte. Dazu bedurfte es aber der einen oder anderen Einstellungen der Position/Höhe des Lenkers, als auch des Sattels – aber auch einiger Schweißtropfen. Zumal sich aufgrund der Zwischenfragen der Zuhörer die eine oder andere Diskussion entspann.

Nach der Pause führte Klaus die Zuhörer an den Stahlrahmenbau heran. Anhand von Bildern aus seiner Werkstatt zeigte er die einzelnen Schritte vom Rahmenwerkstoff bis zum fertigen Rahmen. Erläuterte die Vorteile des Schweißens gegenüber dem Löten in Bezug auf Belastbarkeit und warum er sich für Stahl als den Werkstoff seiner Wahl entschieden hat.

Rohrverbindung aus Titan

Am Beispiel einiger mitgebrachter Exponate zeigte Klaus unseren Mitgliedern die Vorteile, aber auch die Nachteile bestimmter Materialien auf – unter der Voraussetzung dass diese nicht sachgemäß verarbeitet worden sind.

Mit etwas Entdeckergeist galt es besonders die den mitgebrachten Carbonbauteilen im wahrsten Sinne des Wortes innewohnenden Schwachstellen zu entdecken. Da es sich dabei oftmals um sicherheitsrelevante Anbauteile am Bike handelt, sorgte die offensichtlich nachlässige Verarbeitung bei den mitgebrachten Exponaten doch für die eine oder andere Sorgenfalte auf der Stirn der Betrachter.

Bilder: Rehbein-Cycles

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