Rad am Ring – drei ist die neue vier

Das letzte Wochenende war bei etlichen Vereinsmitgliedern bereits seit Anfang des Jahres als ein Saisonhöhepunkt vorgemerkt. Für das 24 Stunden Rennen auf der legendären Nürburgring-Nordschleife mit dem Rennrad sowie das parallel stattfindende 24 Stunden Mountainbike Rennen hatten sie geplant, trainiert und sich auf die Teilnahme als Einzelstarter sowie in Zweier- und Viererteams gefreut. Am Ende kam es dann für die meisten ganz anders. Die Regenfälle und Überschwemmungen der Woche vor dem Event trafen einige Teammitglieder direkt in ihren Wohnungen bzw. Betrieben, andere waren als Helfer rund um die Uhr im Einsatz, um die Fluten zu bekämpfen. Somit waren alle Starter auf dem Rennrad schon vorab aus dem Rennen. Ein Teil der verbliebenen MTBler wurde dann auf der Anreise in die Eifel durch einen liegengebliebenen Leihwagen ausgebremst und musste die Teilnahme ebenfalls in den Wind schreiben.

Demzufolge war die Stimmung nicht zum besten, als sich am Freitag Abend mit Bernd Philipps, Marco Klages und Thomas Reich nur noch drei BikeSportler im Fahrerlager einfanden. Dazu kam noch Frank Hilse von den Vorharzbikern, ein Freund von Marco, der am Samstag das Jedermannrennen über 75 km bestreiten wollte, sowie Ferdinand, der Sohn von Thomas, als Betreuer. Eins war aber klar, wir wollten fahren! Nach kurzer Beratung einigten wir uns auf die Teilnahme als 4er Team für das 24 Stunden MTB Rennen, das würden wir auch zu dritt rocken!

Also auspacken, Teambox aufbauen, Schlafplätze einrichten, durchs Fahrerlager spazieren und gucken was die anderen machen, Nudeln essen, dann beizeiten ins Bett gehen. Das einzige, was diesen wohldurchdachten Ablauf noch stören konnte waren die teilweise heftigen Windböen, die permanent über den Ring fegten. Vorsichtshalber hatten wir unseren Pavillon aber an den Absperrungen und am Auto abgespannt, sonst wäre er wohl nicht lange an Ort und Stelle geblieben.

Am Samstag morgen das gleiche Bild: schnell ziehende Wolken, Sonne und Bewölkung in stetigem Wechsel, aber kein Regen. Es hätte auch schlimmer kommen können… Schon früh am Morgen begann der Rennbetrieb mit MTB-Marathons und den Jedermannrennen auf der Nordschleife, für das 24 Stunden Rennen am Mittag blieb uns aber noch etwas Zeit zur Vorbereitung. Essen, Bike kontrollieren, Strecke nochmal abfahren, dann waren wir heiss!

Voller Euphorie nahmen wir das Rennen auf, wechselten nach jeder Runde (ca. 9 km, 170 hm) und brannten unsere persönlichen Bestzeiten für dieses Wochenende auf die Strecke, die zwar sehr gut fahrbar war, aber einige Abschnitte mit heftigstem Gegenwind aufwies. Insbesondere die Zielgerade war ein einziger Kampf gegen den Wind, es sei denn, man konnte dort das Hinterrad eines Rennradlers ergattern und sich von diesem ziehen lassen (oft war es aber auch andersrum).

So nahm das Rennen ohne Zwischenfälle seinen Lauf und jeder kam in seinen persönlichen Rhythmus. Wir mussten dann dem hohen Anfangstempo und der Wechselfrequenz (fehlender 4. Mann) Tribut zollen und fielen vom 4. Platz AK allmählich auf Platz 11 zurück. Am Abend stellten wir dann auf 2 Runden Wechselzyklus um, so waren zum einen die Ruhephasen für den einzelnen jetzt mit knapp 2 Stunden doppelt so hoch, zum anderen konnte man seinen Rhythmus besser durchfahren. Obwohl es weiter gut lief hatte jeder im Lauf der Nacht mit seinem persönlichen Tiefpunkt zu kämpfen und die Stimmung hellte sich erst mit Sonnenschein zu Tagesanbruch wieder auf.

Wir motivierten uns nochmal für den Rest des Rennens und nahmen den Kampf um die Platzierung wieder auf. In den letzten Runden, die jetzt wieder einzeln gefahren wurden, gab jeder nochmal alles und wir arbeiteten uns Minute um Minute an das vor uns auf dem 10. Platz AK liegende Team heran. Wir schafften auch gerade noch eine Runde vor Ende der Deadline zu Ende zu fahren und durften dann noch eine nachlegen. Leider konnten wir unseren Schlussfahrer Bernd dann nicht im Team über den Zielstrich begleiten, weil wir das Zelt angesichts des nochmals verstärkten Windes „notabbauen“ mussten als es drohte endgültig wegzufliegen. So blieben wir am Ende auch nicht ganz von dem Fluch verschont, der über dem ganzen Bike-Sport-Team gelegen hatte.

Das Erlebnis dieses Rennens und unser Ergebnis hat uns am Ende aber sehr versöhnlich gestimmt und jeder ist mit einem guten Gefühl wieder nach Hause gefahren.

Hier nochmal die Fakten:

Team Bike-Sport Bad Salzdetfurth e.V. II:

Marco Klages, Bernd Philipps und Thomas Reich

Altersklasse Master 2 / 54 Runden, 23:44:49,33 / Platz 26 (ges.) / Platz 11 (AK)

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