RTF 2018: Wenn die Kette sonntags in der Pampa reißt

Mariya Roppel atmet schwer, als sie den Kontrollpunkt 2 kurz hinter Lutter am Barenberge erreicht. Aber sie liegt noch in der vorgegebenen Zeit. Während der Radtourenfahrt (RTF) 2018 von Bike-Sport Bad Salzdetfurth ist ihr ein Malheur passiert – beziehungsweise ihrem Trainingspartner, mit dem sie unterwegs ist.

Dem reißt bereits zu Beginn der RTF die Fahrradkette. Nach einigen Reperatur-Versuchen mitten in der Pampa entschließt sich Roppels Mitfahrer, aufzugeben – sie selbst will aber durchhalten. Ihr Kumpel wird von Bike-Sport-Betreuern eingesammelt und nach Bad Salzdetfurth zurückgebracht.

 Mariya Roppel.

Wegen der Zwangspause ist Mariya Roppel nun Letzte des Feldes. Alle anderen 285 Starter sind bereits enteilt. Sie kämpft sich allein durch den teils sehr starken Gegenwind. Das Windschatten-Fahren fällt aus.

Am Kontroll- und Verpflegungspunkt 2 (K 2) macht sie nur kurz halt. Die Zeit rennt ihr davon. „So ein Mist. Aber was soll’s, ich fahre weiter“, sagt Roppel. Nach wie vor will sie die große 165-Kilometer-Runde schaffen. 2278 Höhenmeter sind da zu bewältigen. Schnell eine Banane, ein paar Kekse und Waffeln. Roppel füllt noch ihre Wasserflasche auf und setzt sich in den Sattel. „Mal sehen, wie weit ich komme“, ruft sie den Betreuern von Bike-Sport am K 2 zu. Und strampelt wieder gegen den Wind.

286 Radfreunde nehmen diesmal an der RTF teil. Es ist die dritte Tourenfahrt von Bike-Sport. „Das ist ein ganz ordentlicher Zuspruch, aber nicht überragend“, meint Vereinsvorsitzender Falk Weikert. „Ein paar mehr hätten es ruhig noch sein können.“ Beim ersten Mal 2016 waren es knapp 400 Starter.

 Am K2.

Diejenigen, die mitfahren, sind aber sehr zufrieden: mit der Auswahl der Strecken und der Landschaft, mit der Verpflegung an der Piste und der Organisation. „Super Orga-Team und tolle Strecken“, meint Markus Krebsbach vom RSC Hildesheim. Sebastian Kelb, ein anderer Fahrer, ergänzt: „Ich bin zum dritten Mal dabei und werde garantiert wiederkommen. Perfekt.“

 Essen fassen.

Start und Ziel der RTF ist auf der Martin-Luther-Straße am Ende des Freibad-Geländes in Bad Salzdetfurth. Im Freibad selbst sind Stände mit Verpflegung aufgebaut: der obligatorische Pommes-Wagen, ein Steak-Grill und eine Zelt-Cafeteria. Unterstützt wird Bike-Sport dabei vom RSVN Adler Goslar. „Danke an die Goslarer“, sagt Vorsitzender Weikert. „Und Danke auch an unser RTF-Orga-Team und all unsere Vereinsmitglieder, die geholfen haben.“

Mariya Roppel, deren Trainingspartner wegen des Kettenrisses ausgefallen ist, kämpft sich übrigens noch lange allein die 165-Kilometer-Strecke entlang. Bis zum Kontrollpunkt 5 nahe Clus. Gut 45 Kilometer vor dem Ziel ist für sie Feierband. Roppel lässt sich von ihrem Kettenriss-Kumpel mit dem Auto einsammeln. Der hatte brav auf dem Start-Ziel-Gelände im Freibad auf sie gewartet.

„Ihr habt euch toll um meinen guten Freund und mich gekümmert“, bedankt sich Mariya Roppel bei Bike-Sport. „Auch in diesem Jahr ist die RTF bei mir anders gelaufen, als geplant. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Wir sind im nächsten Jahr wieder dabei.“

 

Fotos: Karger/Hempen

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