Wunder gibt es immer wieder …

…0 oder wie ich 2ter der Hildesheimer Sommerbahnmeisterschaft wurde.

Am Freitag Abend fand auf der VfV-Radrennbahn der letzte Lauf der diesjährigen Hildesheimer Sommerbahnmeisterschaft statt. Damit nahm eine für mich recht durchwachsene Bahnsaison ihr Ende.

Warum denn durchwachsen? Ganz einfach: Zum Einen hatten wir dieses Jahr des Öfteren Pech mit dem Wetter und mussten auf einer noch feuchten Radrennbahn fahren, was bei Spitzengeschwindigkeiten über 50km/h nicht ganz so angenehm ist. Teilweise mussten Läufe sogar abgesagt werden, was bedeutete, dass diese Rennen auf andere Abende mit verteilt werden mussten.

Zum Anderen sind dieses Jahr leider recht wenig Fahrer erschienen und in Rennen mit kleinen Feldern ist es schwer etwas zu versuchen, weil jeder jeden im Blick hat, was bei größeren Feldern nicht mehr der Fall ist. Dieser Umstand in Kombination mit meiner nicht vorhandenen Fähigkeit zu sprinten haben mir dann leider auch so manche rote Laterne beschert.

Aber natürlich bin ich dem Feld nicht nur hinterhergefahren. Nein, ich habe auch einige gute Platzierungen (2te und 3te Plätze) gehabt. Zum Beispiel habe ich den zweiten Platz beim  4.000m-Zeitfahren erkämpft und lag, trotz noch nasser Bahn, nur eine Sekunde unter meinem persönlichen Rekord aus dem Vorjahr. Nur zu einem Sieg hat es auch dieses Jahr wieder nicht gereicht.

 

Und was ist schlussendlich dabei herausgekommen? Nun, ich durfte gestern bei der Saison-Siegerehrung – und jetzt kommen wir zu dem oben erwähnten Wunder – Platz nehmen auf der Stufe für den Zweitplatzierten. Ja, ihr habt richtig gelesen; ich bin zweitplatzierter (in der Hobby-Klasse) der diesjährigen Hildesheimer Sommerbahnmeisterschaft.

Wer sich jetzt fragt, was die Hildesheimer Sommerbahnmeisterschaft eigentlich ist, für den folgt hier eine kleine Erklärung:

Wir fahren ein sogenanntes Omnium. Das ist der Mehrkampf für Radrennfahrer. In verschiedenen Disziplinen sammeln wir in insgesamt 16 Rennen, verteilt auf 8 Läufe, Punkte, wobei einige Disziplinen mehrfachgefahren werden. Wer am Ende der Serie die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Zu den Disziplinen gehören unter anderem (die Liste ist nicht vollständig):

– Rundenrekordfahren: Es ist immer nur ein Fahrer auf der Bahn. Er bekommt eine “tote” Runde um Anlauf zu nehmen und sobald er das erste mal über die Start/Ziellinie fährt wird die Stoppuhr gestartet. Dann gilt es die 400m-Runde so schnell wie möglich zu fahren. Wer die schnellste Zeit hat gewinnt.

– 1.000m & 4.000m-Zeitfahren: Hier bekommt der Fahrer keine “tote” Runde, sondern startet aus dem Stand und muss dann 1.000m oder 4.000m auf Zeit fahren. Auch hier gewinnt, wer die schnellste Zeit hat.

– Scratch: Alle Fahrer befinden sich auf der Bahn, starten gemeinsam und fahren eine vorgegebene Rundenzahl. Wer zuerst die Ziellinie passiert hat gewonnen.

– Fahren auf unbekannte Distanz: Es ist eigentlich ein Scratch, nur dass von den Fahren keiner weiß, wie lange das Rennen dauert. Die letzte Runde wird per Glocke bekanntgegeben und dann sollte man zusehen, dass man nach vorne kommt.

– Ausscheidungsfahren: Immer der letzte Fahrer des Feldes scheidet nach einer vorher genannten Rundenzahl aus. Das geht solange, bis 2 Fahrer das Rennen im Finalsprint unter sich ausfahren.

– Punktefahren: Es wird angesagt wie viele Runden gefahren werden und alle wie viel Runden es Wertungspunkte gibt. In den Wertungs-Runden erhalten die ersten Fahrer, die über die Linie gehen Wertungspunkte. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

– Tempofahren: Tempofahren ist mehr oder weniger ein Punktefahren, nur das jede Runde eine Wertungsrunde ist.

Wie gesagt, die Liste ist nicht vollständig, sollte aber einen guten Eindruck über die Vielseitigkeit der Disziplinen geben.

Abschließend möchte ich noch ein großes Danke an den Veranstalter Horst Artmann und seine Frau aussprechen, dafür, dass ihr wieder mal (und das schon seit Jahrzehnten) diese Rennserie für uns auf die Beine gestellt habt. Ich würde nächstes Jahr gerne wiederkommen.

Zu guter Letzt soll nicht unerwähnt bleiben, daß Jens Neborg die Sommerbahn-Meisterschaft 2017 mit einem erfolgreichen 4. Platz abgeschlossen hat.

Text: Thomas Meyer

Bilder: Volker Quint, Dirk Zeyher

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