Zieleinlauf Tuscany Trail

Thomas ist, nachdem er sich vom Tuscany Trail noch ein paar Tage in Italien erholt hat, wieder zurück in der Heimat. Hier ist sein letzter Tagesbericht:

Montag 5. Juni, il quarto giorno

59 km vor dem Ziel noch zu übernachten passt Yvon überhaupt nicht in den Plan. Er muss morgen um elf Uhr wieder an seinem Arbeitsplatz auf der Matte stehen und hat es dementsprechend eilig. Hört sich ja auch nicht mehr so wild an, nur noch die paar Kilometer, nach all dem, was wir schon in den Beinen haben. Aber man hatte uns gewarnt, das letzte Stück wird nochmal richtig hart, heiß, staubig und vor allem ein deftiges Auf und Ab mit anspruchsvollen Wegen, für die letzten km in der Nacht nach einer langen Tagesetappe viel zu gefährlich!

Und so haben wir uns dieses Schmankerl eben für heute aufgehoben, für meinen sechzigsten Geburtstag!

Zunächst geht es zum Einrollen locker am Meer entlang und über einen Damm auf die Halbinsel Monte Argentario.

Monte Argentario

Nach dem obligatorischen Barfrühstück in einer kleinen Hafenstadt wartet für mich als Geburtstagsgeschenk nochmal Mountainbiken vom Feinsten. Knackige Anstiege wechseln mit anspruchsvollen Abfahrten auf Schotter, Sand und Geröll. Trotz der Anstrengung bei 30 Grad und mehr, die wir am gerade erst begonnenen Vormittags schon haben, kommt Fahrspass auf und wir lassen die Bikes auf den Trails fliegen.

Klettern macht Laune!

Man sollte aber die Konzentration jederzeit hochhalten, was mir nach der letzten Schotterabfahrt nicht mehr ganz gelingt: unten angekommen bin und ich weder vom eingelegten Gang noch körperlich und mental auf die sich anschließende Asphaltstraße mit geschätzten 25 Prozent Steigung eingestellt und nachdem ich meinen Schwung verbraucht habe kippe ich mitsamt Rad einfach auf die Straße. Jetzt ist  Feierabend und da ich von allein nicht mehr unter dem Rad hervorkomme müssen mich die beiden anderen erst einmal befreien. Zum Glück ist am Rad alles ok, nur wie üblich das Knie aufgeschlagen, aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen!

Ganz schön steil

Unter Mobilisierung nicht mehr vorhanden geglaubter Kräfte wird auch diese Steigung fahrend bewältigt und dann rollen wir nur noch bis ans Meer und verlassen diese ungastliche Insel über einen weiteren Damm, wo wir in Formation nochmals Geschwindigkeiten um die 30 km/h erreichen, dabei noch einen Solofahrer einsammeln um dann um 12:26 nach 75 Stunden und 56 Minuten zu viert das Ziel zu erreichen.

Im Ziel

 

Unser Motto: Arrive in one piece and with a smile on your face hat uns am Ende wie gehofft durch dieses Abenteuer begleitet. Wir sind glücklich und stolz, dabei gewesen zu sein. Man verabschiedet sich mit den Worten: alla prossima…

 

 

 

 

 

 

 

 

P.S.: Nico (Mr. Gargelfing) hat auf YouTube ein eindrucksvolles Video über den Tuscany Trail 2017 eingestellt. Schaut’s Euch mal an:

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